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Mein Verstand steht still

interactike vidoinstallation, HD-video, software, infrarot-kamera & infrarot-licht

360°, unberührte Natur - keinerlei menschliche Spuren und Störungen, egal wo ich hinschaue. Heutzutage begegnen wir so etwas selten. Kein vorbeibrauschender LKW, keine sich am Hügel hochschlängelnde Strasse, keine lärmende Gruppe Touristen, kein noch so weit entfernter Strommast am Horizont. Ein sich in der Weite verlierender Beobachter - oder Störer?

 

"Mein Verstand steht still" ist eine interaktive Videoinstallation. Der Zuschauer befindet sich inmitten unberührter Landschaften Islands. Durch seine Bewegungen vor der Leinwand löst er jedoch Störbilder aus und wird somit selbst zum Störfaktor in seiner Umgebung.

Ausstellungen:

Dez 2016 Schauspiel Nord Stuttgart

Juni 2017 Klunkerkranich Berlin

Juli 2017 Off the Radar Festival Bordesholm/Hamburg

Juli NaturVision 2017

Fahrrad mit Gepäck

im Schauspiel Nord

selbstdreher mechanischer Panoramaschwenkkopf

Hauptelement der Videoinstallation sind 20 äußerst langsame horizontale Kameraschwenks über Landschaften. Je nach Einstellung decken sie ein Panorama bis zu 360° ab und dauern jeweils zwischen 1½ und 3 Minuten.

Ein System aus Computersoftware, Infrarotkamera und Infrarotlicht analysiert dabei die Bewegungen des Betrachters vor der Leinwand und löst ab einer bestimmten Bewegungsgeschwindigkeit Störbilder und -geräusche für die Dauer der Bewegung aus. Diese bilden den Gegenpol: schelle, dynamische Aufnahmen von Körperteilen oder Zeitraffer-Sequenzen von ganzen Menschengruppen kombiniert mit Geräuschen aus weissem Rauschen, Frequenz-Knacken und Hochfrequenz-Tönen.

 

Um stromunabhängig zu sein wurde der Schwenkkopf des Kamerastatives aus einem Stativkopf, einem Nylonfaden, einem Umlenkmechanismus und einem Gewicht konstruiert. Dieser dreht die Kamera selbstständig und kontinuierlich um die eigene Achse. Die Höhe vom Gewicht bestimmt dabei durch die Schwerkraft die Rotationsgeschwindigkeit des Kopfes. Um diese genau an die Erfordernisse (Wahl des Objektives, gewünschte Geschwindigkeit) anpassen zu können wurde hierfür eine Wasserflasche verwendet deren Füllmenge das Gewicht fein justierbar macht. Um die stark gesättigten Verfremdungseffekt der der Störbilder zu erzielen wurden ein "analoges/optisches" Verfahren angewandt. Die Aufnahmen wurde zunächst mit Hilfe eines Projektors an eine Wand projiziert. Diese wurden schließlich wieder mit einer Videokamera abgefilmt, allerdings nicht mit einer üblichen Belichtungszeit, die das Bild durch die Trägheit des Auges hätte natürlich aussehen lassen, sondern mit einer verkürzter Belichtungszeit, sodass sich das abgefilmte Bild in sein 3 Grundfarben aufteilt.

Die 2-wöchige Reise zu den einzelnen Drehorten innerhalb Islands fanden auf einem Fahrrad statt, mit dem sowohl Kameratechnik als auch Camping-Equipment transportiert wurde.